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ICT-Know-how auf dem Online-Prüfstand

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Das Projekt ‹Test Your ICT Knowledge› ermöglicht den Lehrpersonen der Sekundarstufe erstmals, für ihre Schülerinnen und Schüler individuelle Standortbestimmungen über deren ICT- Kenntnisse vorzunehmen und diese mit einer grösseren Population zu vergleichen.
Paolo Pollini, Projektleiter Schweizerischer Bildungsserver
und educanet

Nicht nur in Mathematik oder Französisch lässt sich die Kompetenz von Schülern mit Tests überprüfen. Auch das Wissen über Computer und Telekommunikation kann individuell adaptiv abgefragt werden. Mit einer neuen Applikation auf der Basis von TestDrive hat Cybersystems das entsprechende Konzept eines Zürcher Universitätsinstituts zur Anwendungsreife gebracht.

Über welche Kompetenzen verfügen meine Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Computer und Internet?
Dieser nicht ganz unwesentlichen Frage können Lehrerinnen und Lehrer mit Hilfe der Online-Applikation «Test Your ICT-Knowledge» (TYICTK) auf den Grund gehen. Gleichzeitig überprüfen sie so den Erfolg ihres eigenen Unterrichts, wobei ihnen die Resultate der Tests wichtige Anhaltspunkte liefern, um diesen an vordefinierten ICT-Standards auszurichten. Neben der Vorgabe dieser Standards und der Beratung der Lehrpersonen bezüglich einer optimalen Vermittlung der Inhalte zählt der ICT-Onlinetest zu den Hauptkomponenten des TYICTK-Gesamtprojekts. Die dazugehörenden Informationen und der Test selbst werden auf educanet bereitgestellt.

Das Projekt wurde ursprünglich vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie im Rahmen der Initiative «Public Private Partnership - Schule im Netz» in der Zeit zwischen 2002 und 2007 finanziert. Der Bund wollte mit der Initiative die Entwicklung der Informationsgesellschaft generell forcieren und mit Projekten wie zum Beispiel TYICTK die Anwendung von ICT im Schulunterricht fördern. Träger des Projekts war der Kanton Basel-Landschaft. An der Entwicklung der Tests waren mehrere Partner beteiligt, in erster Linie das Kompetenzzentrum für Bildungsevaluation und Leistungsmessung an der Universität Zürich mit der Entwicklung der Aufgaben und Cybersystems mit der Umsetzung der Algorithmen und der Implementierung auf TestDrive.

In Kooperation mit dem Lehrmittelverlag des Kantons St. Gallen haben die beiden Organisationen bereits das adaptive Testsystem Stellwerk zur Beurteilung der Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe erstellt, das inzwischen von nahezu allen Kantonen der Deutschschweiz genutzt wird und auch in Deutschland und Österreich auf grosses Interesse stösst. Stellwerk ist ebenso eine TestDrive-Appllikation wie «Test Your ICT-Knowledge». Eine weitere ist bereits in Entwicklung; sie soll vor allem die Westschweizer Kantone überzeugen, ihre bisherige Zurückhaltung gegenüber Online-Tests aufzugeben.

Die ersten Erfahrungen mit der neuen TYICTK-Applikation sind ermutigend. In der Diskussion mit den Lehrern während der Einführungsphase wurden zwar des öfteren Vorbehalte gegen das Testing und gegen Normierungen artikuliert. Doch nach ersten Erfahrungen wächst die Akzeptanz rasch an. Der Nutzen für alle Betroffenen wird als hoch eingestuft. Paolo Pollini, Projektleiter des Schweizerischen Bildungsservers und von educanet, weist darauf hin, dass sich bereits 180 Lehrer für das Projekt «Test Your ICT Knowledge» auf educanet eingeschrieben und damit ihr Interesse daran bekundet haben.

Auch der Projektleiter von «Test Your ICT-Knowledge», Christian A. Gertsch, ist von dem Angebot und den damit verfolgten Zielen überzeugt. Zurzeit gilt es vor allem, offene Fragen zur Nachhaltigkeit des vom Bund initiierten Projekts zu beantworten. «Bildung ist in der Schweiz Sache der Kantone», gibt Pollini zu bedenken. «Mit einem Impulsprogramm kann der Bund in diesem Umfeld zwar Einfluss nehmen. Die Kantone machen in der Regel aber nur mit, solange sie das freiwillig tun können und sofern sie davon profitieren.» Um die Finanzierung auf Dauer sicher zu stellen, muss für das TYICTK-Projekt ein innovatives Business Modell erarbeitet werden. Möglich wäre, Tests an die User zu verkaufen oder Content-Partner oder Sponsoren zu gewinnen. Die Lösung hängt nicht zuletzt von der Akzeptanz der Testbatterie bei den Lehrpersonen ab. Diese werden die Applikation umso eher in ihren Klassen einsetzen, je einfacher und intuitiver deren Handhabung ist. Auch wenn die ersten Erfahrungen gut sind, ermuntern die beiden Verantwortlichen die Entwickler, der Usability der Applikation ihre besondere Aufmerksamkeit zu widmen. um die Akzeptanz der Applikation beim Lehrpersonal weiter zu steigern.